Multifaktor-Authentifizierung
Die Multifaktor-Authentifizierung (MFA) verlangt beim Anmelden mindestens zwei voneinander unabhängige Nachweise und schützt Konten auch dann, wenn ein Passwort gestohlen wurde.
Die Multifaktor-Authentifizierung (MFA) ist ein Anmeldeverfahren, bei dem Anwender ihre Identität mit mindestens zwei voneinander unabhängigen Nachweisen, sogenannten Faktoren, bestätigen müssen. Ein gestohlenes Passwort allein reicht Angreifern dann nicht mehr aus, um auf ein Konto zuzugreifen.
Welche Faktoren gibt es?
- Wissen: Etwas, das nur die Person kennt, etwa ein Passwort oder eine PIN.
- Besitz: Etwas, das die Person hat, etwa ein Smartphone mit Authenticator-App oder ein Hardware-Sicherheitsschlüssel.
- Inhärenz: Etwas, das die Person ist, etwa ein Fingerabdruck oder Gesichtserkennung.
Entscheidend ist, dass die Faktoren aus unterschiedlichen Kategorien stammen. Zwei Passwörter hintereinander sind keine Multifaktor-Authentifizierung.
Wie funktioniert MFA in der Praxis?
Nach der Eingabe des Passworts fordert das System einen zweiten Nachweis an, zum Beispiel eine Bestätigung in einer Authenticator-App, einen einmaligen Code oder das Berühren eines Sicherheitsschlüssels. Erst danach wird der Zugriff gewährt. Manche Systeme verlangen den zusätzlichen Faktor nur in bestimmten Situationen, etwa bei Anmeldungen von neuen Geräten oder Orten.
Warum ist MFA so wichtig?
Gestohlene Zugangsdaten gehören zu den häufigsten Ursachen für Sicherheitsvorfälle. Sie entstehen etwa durch Phishing oder durch wiederverwendete Passwörter. MFA verringert das Risiko deutlich, weil Angreifer zusätzlich Zugriff auf den zweiten Faktor benötigen. Besonders wichtig ist sie für E-Mail-Konten, Cloud-Dienste wie Microsoft 365, Fernzugänge per VPN und Administratorkonten.
Welche Verfahren sind besonders sicher?
Nicht alle Verfahren sind gleich robust. Hardware-Sicherheitsschlüssel und Verfahren, die an die Website oder App gebunden sind, bieten den besten Schutz gegen Phishing. Authenticator-Apps sind ein guter Kompromiss. Codes per SMS sind besser als gar kein zweiter Faktor, aber anfälliger, etwa durch Übernahme der Rufnummer.
Worauf Sie achten sollten
- Zuerst kritische Konten schützen: Beginnen Sie mit E-Mail, Cloud, Fernzugang und Administratorkonten.
- Wiederherstellung planen: Legen Sie fest, was passiert, wenn ein Gerät verloren geht oder ein Schlüssel defekt ist.
- Mitarbeitende einweisen: Bestätigungsanfragen sollten nur freigegeben werden, wenn sie selbst ausgelöst wurden.
- Ausnahmen begrenzen: Jede Ausnahme von der MFA ist eine mögliche Lücke.
- Verfahren regelmäßig prüfen: Setzen Sie nach Möglichkeit auf phishingresistente Methoden.
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